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Zeiträume
Die historischen Konstruktionen von Fremdheit sind sehr komplex, sie
lassen sich nicht auf eine Geschichte reduzieren, sondern bestehen
aus vielen einzelnen Geschichten. Die Geschichten vom Fremden
bleiben immer Momentaufnahmen und können nie vollständig
in ihrer Vielfalt und Widersprüchlichkeit erfasst werden. Verschiedene
Aspekte der Zuschreibung von Fremdheit werden daher in fünf thematisch-chronologischen
Zeiträumen als historische Montagen zur Stadtgeschichte gezeigt.
Sie veranschaulichen die vielfältigen Facetten der historischen
Konstruktionen von Fremdheit in München von 1800 bis heute:
Stadterweiterung
Der Zeitraum "Abriss der Stadtmauern
und Aufbau von Grenzen: München von 1800–1870" behandelt
mehrheitlich den Aspekt der Verwaltung der Fremden, der
Verordnungen und Gesetze, mit denen Minderheiten in der Stadt zu
kämpfen
hatten.
Visualisierung
"Das Fremde als Sensation"
thematisiert die Visualisierung und Verwissenschaftlichung der Fremden,
deren Hochphase im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert lag.
Hochindustrialisierung
Im Segment "Migration und Kontrolle: Münchens
Aufbruch ins 20. Jahrhundert" steht der Zeitraum der Hochindustrialisierung
mit den ersten großen Migrationsbewegungen nach München zwischen
1880 und 1918 im Vordergrund. Für einige bedeutete er einen Aufbruch
in eine neue Zeit, für viele einen Wandel der Unterdrückungsverhältnisse.
Reaktion und Terror
Die Radikalisierung rassistischer und antisemitischer Einstellungen
und ihre allmähliche Umsetzung in eine Praxis der offenen Stigmatisierung
und Gewalttätigkeit gegen Minderheiten werden in dem Zeitraum "Von
der 'Ordnungszelle' zum nationalsozialistischen Terror: 1918–1945"
dargestellt, der auf die Weimarer Zeit und den Nationalsozialismus
eingeht.
Öffnung?
In dem Abschnitt "offene Stadt? 1945 bis
heute" werden verschiedene Versuche der Liberalisierung des Umgangs
mit
Minderheiten und neue Ausgrenzungen und Rassismen von der unmittelbaren
Nachkriegszeit bis heute diskutiert.
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