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Szuper Gallery
(Susanne Clausen, Pawlo Kerestey)

In Brechts „Dreigroschenoper“ fällt der Satz: „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ Die Künstlergruppe Szuper Gallery scheint diese Maxime auf das Kunstsystem übertragen und sich Mitte der 1990er Jahre gefragt zu haben: „Was ist der Einbruch in eine Galerie gegen die Gründung einer Galerie?“ Szuper Gallery wurde 1994 ins Leben gerufen als Pawlo Keresty für die nach ihrem Inhaber benannte Münchner Galerie Szuper tätig war, die mit osteuropäischer Kunst handelte. Die Künstlergruppe, der neben dem 1962 in Uzhgorod in der Ukraine geborenen Pawlo Keresty noch die fünf Jahre jüngere Susanne Clausen angehört, hijackten den Namen der Galerie und nannte sich fortan Szuper Gallery. Bis 1997 führten sie die Bogenhausener Galerie Szuper weiter.

Szuper Gallery untersucht im kunsttheoretischen Kontext einer „Institutio­nal Critique“ die Bedingungen künstlerischer Produktion und ihre institutionelle Verfasstheit. Dabei arbeiten sie für ihre Multimedia-Installationen,
Events und Performances immer wieder mit anderen Institutionen, namentlichen solchen der kommunalen Verwaltung, Finanzwirtschaft oder staatlichen Exekutive zusammen. Durch diese künstlerischen Interventionen werden subtile Bedeutungsabweichungen in vorkodierte Kontexte eingeschleust und verfremdende Verschiebungen vorgenommen.

 

Szuper Gallery betreibt im verglasten Eingangsbereich des Kreisverwaltungsreferats seit 2001 das Liftarchiv, einen vertikal beweglichen, nur teilweise zugänglichen Glaskasten, ein Hybrid aus Skulptur und Archivraum. Das Liftarchiv, ein Projekt im Rahmen von Quivid, dem Kunst-am-Bau-Projekt der Stadt München, ist einer der Satellitenorte von XENOPOLIS.

Weiterführende Informationen:
www.szuper.org
www.liftarchiv.de