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Jn.Ulrick Désert „Das BURQA Projekt: An den Grenzen meiner Träume begegnete ich dem Geist meines Doppelgängers" Die 2002 entstandene Arbeit reflektiert die Folgen der Ereignisse
des 11. September 2001 auf komplexe Weise. Vier Schaufensterpuppen
sind mit traditionellen Burqas bekleidet. Diese Burqas irritieren jedoch
die gewohnte Wahrnehmung, denn sie sind aus den Flaggen der westlichen
Supermächte
USA, Désert selbst versteht seine Arbeit als eine „visuelle Fragestellung“, die sich sprachlichem Zugriff entzieht und in der die vielschichtige Ausdruckskraft kultureller Ikonographie deutlich wird.
"Codex Testimoniorum Amoris" Dieses Buch, das an alte wertvolle Schriften erinnert, beschreibt das Aushandeln sexueller Dienstleistungen zwischen männlichen Prostituierten und ihren Freiern. Die Sexarbeiter sind in verschiedener Hinsicht „Fremde“ in München: Sie sind sozial Ausgegrenzte, ihre sexuellen Dienstleistungen werden bestimmt durch die Bedürfnisse und Forderungen der Männer oder Frauen, die sie bezahlen. Manche Stricher sind schwul, manche sind Migranten unterschiedlichster Herkunft. Die Texte des Codex sind teilweise auf Deutsch, teilweise fremdsprachig. Ihre Decodierung wird dadurch erschwert, dass alle anzüglichen oder vulgären Worte durch den Künstler aus dem Text getilgt wurden. Der „Codex Testimoniorum Amoris“ ist eine neue Arbeit, die Désert speziell für XENOPOLIS vor Ort in München erarbeitet hat. Die Prostitution männlicher Migranten in München ist ebenso wie das Verhalten ihrer Freier durch den Mord an Rudolf Moshammer in die öffentliche Diskussion geraten. Unterschiedlichste Tabuisierungen prägen diese Diskussionen und verweisen auf komplexe und widerstreitende Verschränkungen von Moral, Lust, Ökonomie und Macht.
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