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Grußwort

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" hat der Münchner Karl Valentin einst gesagt und damit ironisch verdeutlicht, dass der Fremde jemand ist, der nur aus der Ferne betrachtet fremd ist und bleibt. Der Fremde ist das unbekannte Wesen; lernt man ihn kennen, hört er auf, fremd zu sein.

Jede Epoche kennt ihre eigenen Fremden. Aus der historischen Distanz wird deutlich, wie sehr der Zeitgeist immer wieder neu die Vorstellung von Fremdheit prägt.

Im 19. Jahrhundert waren die Protestanten die Fremden. Fasziniert starrten die Münchner auf Menschen aus fernen Ländern, die wie Tiere in Völkerschauen ausgestellt wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts prägten Zugereiste die Künstlerszene, die als Schwabinger Bohème in die Geschichte einging. Während des Nationalsozialismus wurde die Ausgrenzung in besonders erschreckendem Ausmaß deutlich – Menschen wurden aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Identität aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder sogar deportiert und getötet.

Die Ausstellung "XENOPOLIS. Von der Faszination und Ausgrenzung des Fremden" wirft einen durchleuchtenden Blick auf die Münchner Stadtgeschichte und macht sichtbar, wie die Stadt München in den letzten 200 Jahren mit ihren Fremden umging. Ergänzt werden die historischen Dokumente mit Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.

Entdecken Sie den Fremden in sich selbst, in München und weit über die Stadtgrenzen hinaus – besuchen Sie die Ausstellung XENOPOLIS!

Prof. Dr. Dr. Lydia Hartl
Kulturreferentin